Polar V800 vs. Garmin 920XT vs. Garmin Fenix3

Vor nicht langer Zeit habe ich die Polar V800 als Wunderwaffe präsentiert. Warum ich sie verkauft habe, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Konnektivität

Unter dem von Garmin verwendetem Begriff „Konnektivität“ versteht man die Möglichkeiten der Uhr, Daten auszutauschen.

Während man früher nach jedem Training noch ein USB-Kabel anschließen musste, passiert das heute kabellos. Außerdem landen die Daten nicht mehr lokal auf dem Rechner, sondern auf den Webseiten der Anbieter Garmin und Polar.

Doch genau das hat bei Polar nie funktioniert. Ich musste nach jedem Training ca. 5x den Sync-Knopf auf der V800 drücken bis die Daten tröpfchenweise via Bluetooh auf dem Smartphone ankamen.

Zuerst kam nur die Kilometeranzahl, später auch die Daten zu Herzfrequenz und am Ende die GPS-Strecke. Dann musste ich wiederum das iPhone mehrere Male mit dem Polar-Onlineportal synchronisieren um dann von dort die Aktivität herunterzuladen, zu entpacken und bei Strava hochzuladen. Nicht schön!
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Bei Garmin funktioniert das dagegen wunderbar. Noch bevor ich die Wohnung betrete, hat die Uhr per WLAN die Daten zu Garmin hochgeladen und von dort gehen sie automatisch zu Strava. Internet der Dinge funktioniert. Ob das auch zuverlässig ist, wird sich im Langzeittest zeigen.

Smart Notifications

Ich verzichte schon seit Jahren auf Benachrichtigungen und sehe auch auf dem Smartphone nicht, wenn eine neue E-Mail oder Whatsapp-Nachricht mich erreicht. Nur Anrufe kommen durch.

Aber das klappt auf den Garmin-Geräten ziemlich gut. Man kann schon auf der Uhr sehen, ob es sich lohnt das Handy aus der Tasche zu holen. Auch die anderen Smart Notifications sind dem Video (s.u.) nach zu beurteilen nicht mit der Apple Watch zu vergleichen, aber dennoch erstaunlich gut.

Bei Polar ist das Feature eher im absoluten Betastadium und man hätte es nicht gebraucht. Sieht für mich so aus als hätte es Polar eine Ansage von oben gegeben: „Wir brauchen Smart Notifications. Garmin hat das auch!“

Neue Apps und Widgets

Aktuelle Sportuhren sind kleine Computer und was kann man mit Computern machen? Anwendungen installieren. Zumindest funktioniert das bei Garmin.

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Neue Oberflächen für die Uhren, nützliche Widgets wie das Wetter oder den Sonnenaufgang werden innerhalb von Sekunden über die Smartphone-App installiert. Das macht wirklich Spaß, aber der für Apps verfügbare Speicher von 500kb erinnert eher an die 90er Jahre. 😉

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Bedienung

Beides super Geräte. Bei Polar gefällt mir die Bedienung etwas besser. Man findet sich schneller zurecht, da alles aufgeräumter wirkt. Die Trainingsansichten kann hier man sogar online konfigurieren was bei Garmin (noch) nicht funktioniert. Hier wird praktisch alles in der Uhr selbst eingestellt. Man kann locker einen halben Tag damit zu verbringen, die Garmin und ihre ganzen Funktionen kennenzulernen.

Die Uhr im Einsatz

Hier tun sich beide Hersteller meiner Meinung nach nicht viel. Es werden mehrere Sportarten unterstützt und sogar Schwimmstile werden erkannt. Die Fenix3 soll lt. Amazon-Bewertungen Probleme mit der GPS-Genauigkeit haben. Das werde ich weiter beobachten.

Dafür funktioniert die Auto-Runde endlich wieder nach alter Garmin-Logik. Wenn ich beispielsweise 400m Runden eingestellt habe und nach 270m Traben bereit für das nächste Intervall bin, kann ich einfach auf „Lap“ drücken und der Auto-Runden-Timer wird resettet. Bei Polar müsste ich erst noch 130m weiter traben, egal wie oft ich auf Runde drücke. Hab ich nie verstanden, warum es automatische und manuelle Runden bei Polar gibt…

VO2max und Erholung

Beide Hersteller bieten mittlerweile VO2max-Analysen und den Erholungsstatus an. Bei Polar gibt’s zwar noch mehr Tests, aber die muss man explizit starten während die VO2-Analysen nebenbei aufgezeichnet werden. Bei Garmin habe ich das Gefühl, dass sie etwas genauer sind und ganz gute Rennprognosen bilden.

Eingebauter Activity Tracker

Da ich neben dem Sport zusätzlich sehr aktiv bin, freue ich mich natürlich über die eingebauten Schrittzähler bei Polar und Garmin.

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Mein altes Fitnessarmband liegt daher schon lange in der Ecke und wird nun gar nicht mehr benötigt, da die Fenix 3 sogar einen Vibrationswecker hat.

Übersicht: V800 vs. 920XT vs. Fenix3

ModellV800920XTFenix3
Verarbeitung
Multisport
Neue Apps möglich
Konnektivität
Activity Tracker
Erholungsstatus
VO2max
Style
Preisca. 300 Euroca. 400 Euroca. 429 Euro
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Fazit: Fenix3 macht das Rennen

Die Kriterien sind subjektiv ausgewählt und für viele muss eine GPS-Uhr einfach nur das Training aufzeichnen können. Doch für mich sind gerade die „Begeisterungs-Features“ wie Smart Notifications oder neue Uhroberflächen der ausschlaggebende Punkt. Das klappt bei BMW und auch ein Smartphones kauft sich schon längst keiner mehr um die primäre Funktion nutzen zu können: Telefonieren.

Für mich ist die Polar V800 weiterhin eine tolle Uhr und die absolute Nummer 1b. Sie sieht nur leider zu sehr nach Sport aus und die Verbindungsprobleme haben mich in den Wahnsinn getrieben.

Mit der Garmin Fenix 3 habe ich dagegen jetzt eine Uhr gefunden, die alle meine Wünsche erfüllt.  Die 920XT funktioniert übrigens genauso gut, aber ist wegen des sportlichen Aussehens keine Uhr, die ich 24/7 tragen möchte.

Garmin Fenix3 im Video

1 Kommentar

  1. Mist, du hast eindeutig die falschen Uhren getestet aber vielleicht bist du ja trotzdem auf dem Gebiet weiter gebildet.

    Gerade aufgrund der Konnektivität schwöre ich auf MAC im Arbeitsbereich (samt Smartphones) und auf Garmin im Sportbereich bei allen Problemen, die Garmin dann doch immer wieder bietet. Gerade bei der Edge Serie sind wir Biker ja einiges gewöhnt.

    Da ich nur Gelegenheitsläufer bin, reichte mir die Garmin Forerunner 305. Aber ich habe das Gefühl, dass die Uhr sehr ungenau aufzeichnet und außerdem ist sie sehr klobig und bietet ein nur schwer ablesbares Display.

    Die neue Forerunner Generation schaut attraktiv aus. Lohnt sich der Aufpreis für eine 630er Uhr oder reicht eine 230er Uhr völlig aus? Diese ganzen Laufzusatzfunktionen sagen mir (noch) relativ wenig.

    Viele Grüße
    Daniel

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