Rückblick auf das erste Quartal 2017: Drei Monate, die für eine ganze Saison reichen!

Die Zeit fliegt und die ersten drei Monate des Jahres sind bereits vorbei. Es sind so viel schöne Dinge passiert und man glatt vergessen könnte, wie lang die Saison noch werden wird! Doch der Reihe nach:

Leben als Triathlet und ortsunabhängiger Unternehmer

Ende 2016 habe ich es angekündigt und jetzt ist es Realität: Ein Leben als Triathlet und ortsunabhängiger Unternehmer. Was bedeutet das überhaupt? Ich verdiene mein Geld mit meinem Startup Plaghunter, Fotografie und versuche außerdem, noch zwölf weitere Startups aufzubauen. Die Besonderheit: Dabei bin ich unabhängig von Zeit und Ort. Ich kann in den USA arbeiten, aber ich kann mich auch in Köln drei Wochen 100% auf Training konzentrieren und meine Projekte laufen automatisch weiter. Andere kennen das vielleicht unter dem Begriff „Digitaler Nomade“ oder „4-Stunden-Woche“ und oft gibt es da auch verschiedene Meinungen zu. Ich kann nur sagen: Es war ein harter Weg dorthin, den man nicht vergessen darf (schnell reich werden klappt nicht) und jetzt ist es genau das Leben was ich mir gewünscht habe:

  • Um 10 Uhr ins Schwimmbad und danach noch mal schlafen
  • Den Haushalt machen und für andere Menschen da sein
  • Um 9 Uhr morgens Feierabend machen und in die Sonne setzen
  • Sämtliche Kochrezepte ausprobieren, die man findet u.v.m

Als ASICS-Frontrunner nach Tokyo

Nachdem ich mich im Januar langsam an mein neues Leben gewöhnen konnte, ging es im Februar Schlag auf Schlag weiter. Zunächst erhielt ich die fantastische Neuigkeit, Teil der ASICS Frontrunner Community sein zu dürfen und dann ging es als eben solcher Frontrunner nach Tokio (Reisebericht hier), um einen weiteren Major Marathon zu laufen.


Bereits am Flughafen traf ich viele weitere Läufer, die zusammen mit Irinia Mikitenkos Laufgruppe ebenfalls nach Tokio wollten. Einige für ihren sechsten und letzten Major Marathon und sogar Läufer, die noch nie vorher einen Marathon gelaufen waren – verrückt! Das war natürlich sehr cool, da man direkt Anschluss hatte und auch den Friendship-Run am Tag vor dem Marathon zu einem unvergesslichem Erlebnis machen konnte:

Laut Greif sind diese Pre-Events zwar etwas für „Marathon-Touristen“, doch passte der Lauf sogar perfekt zu meinem 30-Minuten-Warm-Up mit 3×90 Sekunden Wettkampftempo. Nach dem Lauf bin ich dann aber trotzdem zurück in die Wohnung und habe den Tag mit Amazon Instant Video ausklingen lassen, da ich mich doch zu gut gefühlt habe um den Marathon als reinen Genusslauf zu absolvieren.

Der Marathonmorgen hat sich dann schon mal so angefühlt wie es sich für einen echten Wettkampf gehört: Total gerädert und aufgeregt habe ich wie gewohnt Toasts und den Starter-Beutel von ultraSports gefrühstückt und mich zum Start begeben. Früher dachte ich, der Berlin-Marathon sei in Sachen Organisation nicht zu übertreffen. Dann haben die amerikanischen Marathons das noch mal überboten und in Tokio wurden wir schließlich mit einer perfekten Organisation erwartet, sodass die Anreise und Startblöcke sehr zuverlässig organisiert waren, aber ich kurz den leckeren Kaffee vor dem New York Marathon vermisst habe. 🙂

Mein „Semi-Elite-Startblock“ befand sich direkt vor den Tribünen des Regierungsgebäudes – schon ein besonderes Gefühl als „Semi-Elite Athlete“ einen Marathon zu bestreiten. Zusammen mit vielen richtig schnellen Männern und Frauen ging es pünktlich und leider etwas hektisch los: Rempeln wie beim Triathlon-Massenstart, fehlendes GPS wegen der Hochhäuser und schon hatte ich 40 Sekunden nach zwei Kilometern verloren. Trotzdem fand ich richtig gut ins Tempo und konnte sogar bei KM 15-25 wie im Greif-Pace-Plan beschleunigen.

Warum es so gut lief kann ich selbst nicht sagen: Vermutlich ist mein Trainer nicht ganz unschuldig. 🙂 Vielleicht lag es auch daran, dass mein Eisen- und Hämaglobin-Wert sich langsam normalisieren oder ich mich mehr vegan ernähre? Intermittierendes Fasten hat übrigens für mich im Vorfeld auch gut geklappt um noch 2 kg abzunehmen.

Nach 35 Kilometern sah ich schließlich, dass es keine Bestzeit werden wird und habe bewusst einen Gang rausgenommen (Nein, es war NICHT der Mann mit dem Hammer! ;-)), da die Saison noch lang ist und es mit einem Finish unter drei Stunden klappte.

Ein weiterer Major Marathon ist im Kasten und jetzt fehlen nur noch Chicago 2017 und London 2018!

Lissabon Halbmarathon 2017

Reisen und Laufen passt einfach zu gut zusammen! Also bin ich vor einigen Tagen mit meiner Freundin nach Lissabon geflogen, um dort den Halbmarathon zu laufen. Ähnlich wie in New York startet man auf einer Brücke und hat dann aber eine extrem Flache vor sich – im Gegensatz zur restlichen Stadt, die sehr hügelig ist. Die Vorbereitung lief auch hier konzentriert und nach einem 15-KM-Vorbereitungslauf in 3:47er Pace dachte ich mir, dass ich mal bei einem Halbmarathon die Sub80-Grenze angreife, indem ich das Tempo einfach über 21 KM durchlaufe.

Im Gegensatz zu den Major Marathons ist dieses Event deutlich günstiger und kleiner – das merkt man natürlich auch an der Organisation, die vor allem logistisch super war und doch einige Besonderheiten hatte: Es gab zwar Startgruppen, doch die funktionierten eher so wie im Fußballstadion: Mehr bezahlen = weiter vorne starten. Nachdem die Ordner auf einmal das das Absperrband hoben (war das der Startschuss? Wo ist die Startlinie?), schien es loszugehen – leider wörtlich, da es doch sehr voll war mit Läufern, die einfach nur Spaß haben wollten und mit Jeans uns Rucksack bewaffnet ein paar schöne Fotos der Brücke machen wollten. Nach 100m kam es leider schon zum ersten Crash als der Läufer vor mir sich plötzlich bückte um den Schuh zu binden:

Ähnlich wie in Tokio tut das natürlich schon weh, nach 1KM schon 30 Sekunden Rückstand zu haben, doch nachdem ich mich entschuldigt und berappelt hatte, konnte ich dennoch sehr gut einen Rhythmus finden und einfach „rollen“.  Die Strecke lädt geradezu dazu ein und ist ansonsten wenig spannend. Bei KM 10 stand mit ca. 36:40m eine neue Bestzeit auf der Uhr und ich konnte das Tempo von ca. 3:40 noch locker halten. Bei KM 15 fing es dann aber an, hart zu werden und das sonnige Wetter sorgten zusätzlich dafür, den Lissabon Halbmarathon zu einem echten Rennen zu machen.

Glücklicherweise gab es kleine Grüppchen und besonders eine Zweier-Gruppe war die ganze Zeit in meiner Nähe. Keine gewöhnliche Gruppe, sondern ein sehbehinderter Läufer und ein Guide. Die letzten fünf Kilometer lief der eingeschränkte Läufer dann sogar komplett ohne Schnur oder Stütze am Arm und so passierte es, dass er plötzlich der Guide für mich war. Seine Besessenheit, das Rennen so schnell wie möglich zu beenden, hat mich praktisch mit gezogen und tatsächlich: Am Ende zeigte meine Uhr 1:19:55h an. SUB80! Eine Verbesserung von über drei Minuten und mir ist ehrlich gesagt komplett egal, ob die Strecke bestenlistenfähig ist oder nicht. Über diese Leistung war ich ebenso stolz wie überrascht.

Das Beste an dem Tag war aber, dass ich danach mit meiner Freundin direkt zum Meer düsen und die Beine ausstrecken konnte – aber nicht ohne mir vorher noch ein paar Pastéis de Belém zu genehmigen. 😉

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