Strongmanrun 2013 Erfahrungsbericht: Auf und ab in der grünen Hölle

Am vergangenen Samstag fanden sich über 10.000 verrückte Läufer am Nürburgring ein, um beim größten Hindernislauf der Welt mitzumachen. Es kam mir so vor, dass ein großer Teil der Strongmänner (und Frauen!) schon alte Hasen waren. Beim anderen Teil schien es sich mehr oder weniger um eine Art Schnapsidee zu handeln. So auch bei mir. Neben den  üblichen Volksläufen und Marathons habe ich etwas Abwechslung gesucht… und gefunden!

Strongmanrun 2013: Finish
Strongmanrun 2013: Finish

 

Die Vorbereitung

Der Strongmanrun fällt für mich in die Kategorie  „Fun-Lauf“. Daher gab es keine explizite Vorbereitung. Im Gegenteil: Nach dem Bonn-Marathon Mitte April mit anschließendem Urlaub hatte ich kurz vor dem Strongmanrun noch drei intensivere Lauf-, Rad- und Krafteinheiten.

Das Thema Kraft war auch gleichzeitig eine der größten Befürchtungen. Kommt man gut über die Hindernisse, wenn man eher für den Ausdauersport gemacht ist?

Der Lauf

Der Strongman-Tag fing bereits um 5 Uhr morgens mit Milchbrötchen und Marmelade an. Das ist für mich übrigens eins der Highlights an Wettkampftagen. 😉 Dank einer coolen Mitfahrgelegenheit war ich bereits um 7:30 Uhr am Nürburgring, sodass man alles ganz entspannt angehen konnte. Die Stimmung war da bereits klasse und eine Stunde vor dem Start stand die ganze Start- und Zielgerade voller Läufer. Wahnsinn, was für ein Bild!

Für Aufwärmübungen blieb daher keine Zeit, sodass Uwe und ich uns kurzerhand vorne einfädelten und bei wuchtigen Beats auf den Startschuss das Startfeuerwerk warteten.

Ohne GPS und Pulsuhr ausgestattet ging es pünktlich auf die Strecke.. und auch schnell wieder runter. Für mich eine große und gleichzeitig angenehme(!) Überraschung. Ich hatte damit gerechnet, dass man großteils auf der flachen Rennstrecke läuft und einfach ein paar Hindernisse eingeschoben werden.

Dies führte dazu, dass der Lauf äußerst abwechslungsreich und gleichzeitig recht herausfordernd wurde. Genau das Richtige, wenn man sonst nur auf der Straße läuft.

Die Befürchtung, dass Hindernisse zu schwer sind, hat sich als unbegründet erwiesen. Eine normale Rumpfkräftigung reicht aus. Dafür haben sie extrem viel Spaß gemacht.

Meine Highlights: Kriechenland inkl. Stromschläge und das Matschbecken kurz vor Schluss, in dem ich 2x meine Schuhe verloren hatte. 😉 Meine größte Herausforderung: Ca. 1km bergauf und zusätzliche Strohballen und Reifen.

Obwohl sich der Lauf irgendwie „langsam“ angefühlt hat, wurde es am Ende trotzdem eine sehr schöne Zeit von 2:36h, die ich 2014 unterbieten möchte. Mit dem Team „gefruckelt“ sind wir sogar 19. geworden! 😉

Nach dem Lauf ist vor dem Lauf!
Nach dem Lauf ist vor dem Lauf!

Lob und Tadel

Ich bin ohne Erwartungen hingefahren und mit einer tollen Erfahrung wieder heimgefahren. Man kann sicherlich bei jedem Event noch etwas verbessern, aber ich denke, dass die Fisherman-Friends-Crew einen tollen Job gemacht hat. Eine Veranstaltung dieser Größenordnung muss man erst mal stemmen.

Daher kann ich den aggressiven Tonfall einiger Kritiker (z. B. unter den Strongmanrun-Blogposts) nicht ganz verstehen. Die Veranstalter freuen sich über konstruktives Feedback und haben bewiesen, dass sie dies auch umsetzen können.

Der aggressive Ton war leider auch während des Rennens zu spüren. Einige Starter wurden handgreiflich, weil andere, schnelle Läufer kurz vor dem Start noch einen guten Startplatz erwischen wollten und vorne reingehuscht sind. Warum regt man sich über sowas auf?

Die allermeisten Teilnehmer waren aber super nett und hilfsbereit. Ich habe mich einige Male wie eine alte Oma gefühlt, der über die Straße geholfen wird, obwohl sie es gar nicht wollte. So ging es mir an einigen Hindernissen, wo ich liebevoll geschoben oder gehoben wurde. 😉

Für mich wäre eine noch klarere Positionierung zwischen Fun-Event und Läufern, die auf Zeit laufen interessant. Wen soll der Lauf ansprechen? Da ich auch gerne schnell laufe, wäre eine Fast-Line oder ähnliches toll. Zumindest an den letzten drei Hindernissen, die doch irgendwie sehr komprimiert aufgebaut waren und zu größeren Staus führten.

Meine Tipps für den ersten Strongmanrun

Falls Ihr vor dem Gedanken spielt, Euch zum ersten Mal für einen Strongmanrun anzumelden, denkt an folgende Tipps:

  • Startunterlagen vorab zusenden lassen!
  • Ausdauer für 20km aufbauen.
  • Intervallläufe am Berg üben. Macht einen fertig, aber bringt viel für den SMR!
  • Laufen ist nicht nur bergauf anstrengend. Auch bergab kann man viel Zeit verlieren oder sogar die Gelenke ungünstig belasten. Stellt Euch vor, ihr seid ein Vogel und fliegt ins Tal. 😉
  • Lasst Euch von nichts verrückt machen! Genießt den Lauf!
  • Behandelt Kratzer und Blessuren wie Trophäen, aber quält Euch nicht mit ernsthaften Verletzungen ins Ziel. Achtet auf Eure Gesundheit und die Eurer Mitstreiter.

Weitere Erfahrungsberichte

2 Kommentar

  1. Schöne Zusammenfassung Marco! Der Todesberg hatte es in sich… 900 Meter und eine Steigung von 100m, aber nunja 2014 sind wir dabei… 🙂

  2. Cooler Bericht und Respekt zu der super Zeit. Wir haben ca. 15 Minuten bis zur Startlinie nach Startschuss gebraucht und dann recht schnell beschlossen, locker und mit Spaß zu laufen. Musste eh wegen ner kaputten Schulter kürzer treten. Inklusive aller Wartezeiten haben wir etwa 3 3/4h gebraucht – uns gings aber eher darum gemeinsam zu laufen und uns durch die ca. 1 Stunde Warte- & Hinderniszeit nicht die Laune zu verderben. Teilweise waren die Leute mega aggro was ich auch nicht verstehen kann – da gehts ja eh nur um den Spaß und nicht um Bestzeiten. Auch wenn nicht alles reibungslos geklappt hat, hat es mega Spaß gemacht. Das Paar Laufschuhe habe ich mittlerweile weggeworfen…

    Wenn man 20 – 25 km am Stück traben kann ist der Lauf eh zu schaffen – sonst eben einfach im Sommer ein paar Mal wandern in den Bergen und das passt schon 🙂

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