Trainingslager auf Mallorca 2017: Klug war’s nicht, aber geil!

Zwei absolut geile Wochen in Can Picafort liegen hinter mir und ich kann den Malle-Hype einfach nur unterstreichen: Den ganzen Tag mit netten, ebenso sportverrückten Leuten abhängen, endlich Sonne, ein Freifahrtschein fürs Buffet und der Sport als absoluter Mittelpunkt!

Nachdem ich vor lauter Aufregung schon zwei Wochen vor Abflug den Koffer gepackt hatte(!), klingelte am Samstag (16.4.) um 2:22 Uhr der Wecker, bevor es im voll bepacktem Drive Now  (Rad, Koffer, Drohne, Notebook, Kamerausrüstung….) zum Kölner Flughafen ging und wir gegen 9 Uhr sogar schon im Hotel in Can Picafort waren. Gefrühstückt, Rad aufgebaut, eingerollt und schließlich mit den vielen Vereinskollegen einen Orientierungslauf über den Strand zum nahegelegenen Pinienwald gestartet. Danach hatte ich erst mal ordentlich Muskelkater in den Waden. 😉

Training, Training, Training: Die Schlüsseleinheiten

Glücklicherweise hatte ich keine Trainingsvorgaben und so habe ich mich bewusst dazu entschieden, die Bewegungsmuster des sonst eher monotonen Ironman-Trainings etwas aufzubrechen und das hat riesig Spaß gemacht. Die tolle Gruppendynamik und das Wetter haben sich so dermaßen auf die Motivation ausgewirkt, dass stumpfe Wattvorgaben schnell in den Hintergrund gerückt sind. Viel bleibt einem aber auch nicht übrig, wenn man im belgischen Kreisel über die Insel brettert. 😉

In der ersten Woche bin ich dann auch bewusst an mein Limit gegangen und war erstaunt was der Körper alles aushält. Einige der Schlüsseleinheiten waren Cap Formentor (erst Körner gespart und dann am letzten Berg ziemlich eskaliert), 1000m-Intervalle an der Promenade und natürlich der Küstenklassiker (Genuss und Herausforderung in perfekter Kombination). Statt Ausruhen sind wir am nächsten Tag Randa hochgefahren und haben noch im 4:08er Schnitt gekoppelt. Ein persönliches Highlight war schließlich ein von ASICS inspirierter „Beat The Sun“ Lauf nach Port d’Alcúdia. Das Ziel: Vor dem Sonnenaufgang dort sein. Diese Momente vermisse ich jetzt schon.

Die zweite Woche wollte ich eigentlich „vernünftiger“ gestalten, doch es kam anders. 🙂 Bei Computerspielen gibt es oft den Nightmare-Modus und so kam mir das „Einrollen“ auch vor. Zunächst ging es nach Sant Salvador und auf dem Rückweg sind wir in Formation sind wir mit 55 km/h durch Verkehrskreisel gefahren und hatten ingesamt einen 40er Schnitt drauf. Die Wattanzeige habe ich zu dem Zeitpunkt schon lange nicht mehr beachtet. Eine krasse Experience und auch beim Buffet haben sich die Mitstreiter und ich noch stundenlang fassungslos angeschaut – aber warum wagen es auch andere Radfahrer, uns zu überholen? 😉

Am nächsten Tag ging es nach Sa Calobra und das war pures „Eye-Candy“. Die Aussicht von oben ist wirklich einmalig, nur leider muss man dann auch wieder hochfahren. 😉

Nachdem es am Donnerstag nach El Arenal ging (Malle ist ja schließlich nur 1x im Jahr), folgte am Freitag sozusagen die Bierkönigsetappe. Dieses Mal wollte ich den Puig Major schneller bezwingen und tatsächlich: Mit 245W NP war ich noch mal 15W „besser“ als eine Woche zuvor. Oben angekommen war ich aber auch kurz vorm Kollaps und hatte wirklich alle meine Körner verschossen. Doch statt nach Hause zu rollen, sind wir spontan noch mal nach Sa Calobra, da noch nicht jeder diese tolle Strecke kannte und einige auch noch ein paar Segmente holen wollen. Der Tag endete mit einem 7-Stunden-Ausritt und einem Rauswurf beim Buffet, da ich direkt nach der Tour nicht mehr anders konnte als noch in Radbekleidung etwas zu essen. 😉

Insgesamt natürlich ein paar krasse Aktionen aber wie singt man am Ballermann so schön: „Morgens mit einem Schädel aufstehen, trotzdem noch mal an den Strand gehen“ was so viel heißt wie: Beine müde von gestern? Egal, am nächsten Berg einfach mal grundlos mit Vereinskollegen hochsprinten.

Daten und Fakten aus 2 Wochen

  • 54 Stunden Training, 1100km Radkilometer, 15.000hm, 120km Laufen.
  • TSS Woche 1: 1228 und in Woche 2: 1255. Kenne mich in der Thematik absolut nicht aus, aber das erscheint mir schon krass wie manche Ironman-Athleten bis zu 1700 wegstecken sollen.
  • 1 kg Eiweißpulver, Je 1 Dose ultrasports Refresher und Buffer, zahlreiche Gels und Eiweißriegel verbraucht… plus Kuchen vor Ort. 😉

Erfahrungen und Learnings

  • Das erste Mal das eigene Rad mitgenommen. Geld gespart (Tipp: Airberlin Servicecard) und eigenes Wattsystem. Handling auch für Laien super simpel (Räder abmontieren und go…)
  • Von allem zu wenig mitgenommen, vor allem Supplements und Bekleidung
  • Buffet in Maßen genießen. Leider etwas übertrieben. 😉
  • Zwei Wochen war die richtige Wahl, da die „Fixkosten“ wie Reisestress und Rad aufbauen nur einmal anfallen. Außerdem macht der Sonnenaufgang abhängig und man will noch nicht nach Hause. Die zwei Wochen kamen mir dafür aber auch vor wie drei Monate.

Eindrücke aus Can Picafort

An den zwei Erholungstagen und zwischen den Einheiten blieb noch etwas Zeit, die wirklich tolle Gegend zu Fuß und aus der Luft zu erkunden.

Triathlon- und Drohnen-Base
Startpunkt: Triathlon- und Drohnen-Base im Hotel.

Die Altstadt von Alcudia war dabei nur eins der vielen Hightlights:
Insgesamt hat mir mein erstes Trainingslager als ortsunabhängiger Unternehmer noch mehr Spaß gemacht als früher in der Zeit als Angestellter, wo man Urlaub fürs Trainieren nehmen musste und auf dem Rückflug schon wieder Angst vorm Büro hatte. Stattdessen habe ich gerade die frühen Morgenstunden von 6-8 genutzt um an meinen Projekten zu schrauben. Maximal zwei Stunden Arbeit pro Tag reichen da wirklich aus!


Jetzt bin ich aber wirklich platt und muss mich erst einmal vom Trainingslager erholen. Wir sehen uns 2018 auf Mallorca wieder! 😉

Mehr Fotos auf flickr.



2 Kommentar

  1. Sehr cool! Das war ja ein ordentliches Pensum, das du da zurückgelegt hast. Aber ist auch schon super dort. Möchte man ja eigentlich nichts anderes mehr machen,…

Schreibe einen Kommentar